Wodurch zeichnen sich die Partner-Werkstätten von INCLUREG aus – und wie erleben die Beschäftigten ihren Alltag? Rund 30 Beschäftigte mit Behinderungen aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich tauschten sich dazu beim Besuchertag am 04.09.2025 in der reha gmbh aus. In interaktiven Workshops teilten sie persönliche Erfahrungen und diskutieren darüber, welche Werte, Regeln und Rituale ihren Arbeitsalltag prägen.
Im Folgenden haben wir die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.
1. Partizipation: Wie viel Mitbestimmung erleben die Beschäftigten?
Formale Mitbestimmungsstrukturen sind in allen Werkstätten vorhanden, werden jedoch unterschiedlich genutzt. Während einige Beschäftigte diese Strukturen aktiv wahrnehmen, kennen andere sie nur teilweise. Mitspracherechte bestehen insbesondere bei der Gestaltung von Arbeitszeiten, der Arbeitsaufteilung oder auch bei konkreten Forderungen wie der Bereitstellung kostenloser Getränke. Die Zusammensetzung der Werkstatträte variiert: In Luxemburg sind sowohl Menschen mit als auch ohne Behinderung vertreten, während in Frankreich und Deutschland ausschließlich Menschen mit Behinderung im Rat sitzen. Auch Kritik wurde geäußert: In manchen Bereichen, etwa bei der Entlohnung, wünschen sich Beschäftigte mehr Einflussmöglichkeiten.

2. Rituale und Werte: Was den Alltag in den Werkstätten prägt
Über alle Einrichtungen hinweg spielen gemeinschaftliche Rituale wie Jahreszeitenfeste, etwa Weihnachten, eine zentrale Rolle. Geteilte Werte sind insbesondere Lob und Anerkennung – sowohl durch Kolleg*innen als auch durch das Betreuungspersonal. Solidarität und gegenseitige Unterstützung im Alltag werden von allen Teilnehmenden als wesentliche Grundlage des Miteinanders betont.
3. Sicherheit: Wie sicher fühlen sich die Beschäftigten in den Werkstätten?
Sicherheit wird vor allem durch klare Regeln und feste Strukturen gewährleistet. Besonders positiv hervorgehoben wurde, dass die Beschäftigten in Frankreich jederzeit Zugang zum psychologischen Dienst haben. Kritisch angemerkt wurde, dass es im Arbeitsalltag nicht immer möglich sei, auf individuelle Probleme umfassend einzugehen – Kompromisse seien oft notwendig.