Beispiele für assistive Technologien in inklusiven Arbeitskontexten
1. Kollaborative Roboter (Cobots)
IIDEA – Inklusion und Integration durch Cobots auf dem ersten Arbeitsmarkt
Umgestaltung taktzeitgebundener Arbeitsplätze durch Mensch-Roboter-Kollaboration bei Ford, um Personen mit körperlichen, psychischen oder kognitiven Einschränkungen die weiterhin Beschäftigung zu ermöglichen
Nutzen:
- Erhalt von Arbeitsplätzen im ersten Arbeitsmarkt
- Ergonomischere, individualisierte Arbeitsplatzgestaltung
Projektträger: RWTH Aachen (IGMR), Ford-Werke Köln, Inklusionsamt des LVR
Next Generation – Mit flexiblen Roboterlösungen inklusive Arbeit entwickeln
Entwicklung inklusiver Arbeitsplätze durch den Einsatz von Roboter-Greifarmen zur Unterstützung von Menschen mit schwermehrfachen Behinderungen in Werkstätten und potenziell im ersten Arbeitsmarkt
Nutzen:
- Assistenz in physisch/kognitiv anspruchsvollen Tätigkeiten
- Förderung von Selbständigkeit und Teilhabe
- Erweiterung von Beschäftigungsmöglichkeiten
Projektträger: Caritasverband Köln, Caritas Wertarbeit, RWTH Aachen, FH Mittelstand
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2. Smarte Endgeräte & Apps
Amikeo for Work – Tablets mit Lernsequenzen zur Förderung der Autonomie
Einsatz von Tablets mit der Software „Amikeo for work“, die Lernsequenzen mit validierbaren Schritten zeigen. Die Sequenzen wurden teilweise von den Beschäftigten und Betreuern selbst gefilmt.
Nutzen:
- Erhöhte Autonomie der Beschäftigten
- Zeitersparnis durch visuelle Arbeitsanleitungen
- Unterstützung für Menschen mit Lese- oder Verständnisproblemen
Projektträger: Bouygues Telecom, Auticiel
InA.Coach-App – Die digitale Aufgaben-Assistenz
Digitale Aufgaben-Assistenz und App zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen bei der Bewältigung beruflicher und alltäglicher Aufgaben
Nutzen:
- Digitale und effektive Dokumentation von Arbeitsabläufen
- Erinnerung an wichtige Arbeitsschritte zur Steigerung der Zuverlässigkeit
- Struktur und Stabilität beim Erledigen von Aufgaben
- Unterstützung von Klient*innen im Beruf und zu Hause durch leicht verständliche Anleitungen (Job-Coach)
Projektträger: BOS Connect GmbH
LernBAR – Lernen auf Basis von Augmentred Reality
Inklusives Ausbildungskonzept für die Hauswirtschaft mit AR-basierter Lernunterstützung, um die berufliche Teilhabe von Menschen mit Lernbeeinträchtigungen zu fördern
Nutzen:
- Unterstützung des Arbeitsalltags durch Vermittlung der Lerninhalt über eine AR-Brille direkt am Arbeitsplatz
- Schulung von Auszubildenden und Lehrkräften in der Anwendung von digitalen Medien
- Ausbau der digitalen Lehrkompetenzen von Auszubildenden
Praxispartner: Josefsheim Bigge gGmbH, Hannoversche Werkstätten gem.GmbH, Lebenshilfe Erfurt gGmbH, Technische Universität Dortmund
miTAS – Multimediales individuelles Trainings- und Arbeitsassistenz-System
Mobiles und digitales Lernsystem zur Unterstützung von Jugendlichen und Erwachsenen mit kognitiven Einschränkungen oder Autismus-Spektrum-Störungen
Nutzen:
- Nachhaltige Verbesserung der Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt
- Praktische Handlungsabläufe in beruflichen Ausbildungs- und Arbeitsprozessen lernen und trainieren
- Vielfältige Nutzereinstellungen → Individuelle Unterstützung und barrierefreie Anpassung
- Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Checklisten, Möglichkeit von Sprachaufnahmen, Text, Fotos und Videos
Praxispartner: Berufsbildungswerk Volmarstein, Berufsbildungsbereich der Werkstatt für behinderte Menschen Volmarstein, Fakultät für Rehabilitationswissenschaft (Fachgebiet Rehabilitationstechnologie) der TU Dortmund, Berufsförderungszentrum Schlicherum e.V., Hamburger Arbeitsassistenz gGmbH
SmarteInklusion – Smarte Devices zur Förderung der Inklusion
Mobile App („RehaGOal“) für Menschen mit geistiger oder erworbener Hirnschädigung zur Begleitung im Arbeitsalltag, basierend auf individuell anpassbaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen
Nutzen:
- Selbstständigkeit und Sicherheit im Arbeitsablauf
- Unterstützt räumliche Orientierung und Handlungsplanung
Projektträger: Ostfalia Hochschule, FAW gGmbH, DRK inkluzivo Wolfenbüttel, HASOMED GmbH
Software „REGNITZ-IT für Inklusion und Teilhabe“
Digitalisierung der Warenwirtschaft und Fertigungssteuerung durch die Entwicklung der Apps EWA – „einfach Warenwirtschaft“ und EMI – „einfach mitmachen“
Nutzen:
- Steigerung der Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen am Arbeitsleben
- Eigenständige Nutzung der Software und Einpflegen von neuen Inhalten
- Erleichterung von Arbeitsprozessen, Entlastung des Betreuungspersonals und Stärkung der Selbstständigkeit der Nutzer*innen
Projektträger: Regnitz-Werkstätten gemeinnützige GmbH
Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR)
Einsatz von Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR) für visuelle und akustische Hilfestellungen bei der Bedienung von Küchenmaschinen
Nutzen:
- Förderung der Selbstständigkeit durch eigenständige Bedienung der Küchenmaschinen
- Reduziert das Risiko von Unfällen durch klare Anweisungen und Warnungen
Projektpartner: Bergische Universität Wuppertal, Diakonisches Werk im Kirchenkreis Recklinghausen eGmbH, Gesellschaft für Bildung und Beruf e.V.
Wikikap – Digitale Kompetenzverwaltung und berufliche Entwicklung
Webbasiertes Tool zur Verwaltung und Dokumentation der Kompetenzen von Werkstattbeschäftigten durch Kombination des Berufsreferenzrahmen mit gezielten Schulungen, einem digitalen Portfolio für jeden Mitarbeitenden und eine Übersicht für Führungskräfte
Nutzen:
- Individuelle Kompetenzentwicklung und Selbstbewertung
- Objektive Fortschrittsdokumentation
- Übersichtliche Team- und Einzelansicht für Führungskräfte
- Erleichterung von Berichts- und Entwicklungsprozessen
Projektträger: Sayaris, Région Nouvelle-Aquitaine, France Active

3. Werkerassistenzsysteme
Assistenzsystem für Montage- und Verpackungsarbeitsplätze
Beamer, Kameras, PCs und Touchscreens führen Nutzer*innen per Lichtsignal und Projektion durch jeden Arbeitsschritt und ermöglichen die Umsetzung von Arbeitsanweisungen im eigenen Tempo
Nutzen:
- Sofortige Fehlererkennung und -korrektur
- Möglichkeit zur Eingliederung schwächer werdender Mitarbeitender
Projektträger: Wertkreis Gütersloh gGmbH, Frauenhofer IOSB-INA
KomIn2Assist
Kombination optimierter Montageprozesse mit Gamification auf Basis des etablierten Montageassistenztisches „Schlauer Klaus“ und eines kontextbewussten Assistenzsystems
Nutzen:
- Textbasierte Interaktion über Conversational User Interface (CUI) → Wissensvermittlung und Coaching
- Förderung von Autonomie, Kompetenz und Selbstvertrauen
- Motivation durch spielerische Elemente für exploratives Lernen und Arbeiten
Projektträger und Projektverbundpartner: FEMOS gemeinnützige GmbH, Hochschule Offenburg, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Medien, Intra-Mechanik gGmbH, LebensWerkstatt für Menschen mit Behinderung e.V., Optimum datamanagement solutions GmbH
Lichtsignale und Videoprojektion bei Nudel Emma
Unterstützung von Tätigkeiten im Gastronomiebereich durch Lichtsignale und Videoprojektionen, um Arbeitsabläufe klar zu strukturieren und Mitarbeitende gezielt anzuleiten
Nutzen:
- Einbindung von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten in komplexe Arbeitszusammenhänge
- Schritt-für-Schritt-Begleitung von Arbeitsprozessen durch „Live“-Projektionen direkt am Arbeitsplatz
- Reduzierung von Fehlern durch visuelle und leicht verständliche Anweisungen
- Steigerung der Selbstständigkeit und Sicherheit bei der Arbeit
Initiatoren: SKID gGmbH, Freigeist-Lab.com, Überlingen Nudelmanufaktur
Pick-by-Light für Verpackungs- und Kommissionierarbeiten
Visuell unterstütztes Assistenzsystem mit Bildschirm und Lichtsignalen zur selbstständigen Durchführung komplexer Verpackungs- und Kommissionierarbeiten durch Menschen mit Behinderung
Nutzen:
- Selbstständiges Arbeiten in individuellem Tempo
- Deutlich geringerer Unterstützungsbedarf
- Vereinfachung komplexer Arbeitsabläufe
Projektträger: Eustachius Kugler Werkstatt, Barmherzige Brüder Behindertenhilfe Straubing, DE software & control